«Schnell-Zug» macht Halt im Hatzi
Nach einem Sieg im hart umkämpften ersten Cupspiel holten sich die Damen von UBN ein Ticket für die nächste Fahrt. Dies bedeutete, dass wir auch dieses Jahr ein NLA-Team im Hatzi begrüssen durften. Und nicht irgendeines: Mit Zug United standen uns die Vizemeisterinnen der Saison 24/25 gegenüber! Dieses L-UPL-Team kann nicht nur auf Schweizer Nati-Spielerinnen wie Isabelle Gerig und Nathalie Spichiger zählen, sondern wird zusätzlich durch internationale Top-Spielerinnen wie Martina Řepková und Denisa Ratajova (beides tschechische Nationalspielerinnen, Ratajova spielte zuvor beim schwedischen Spitzenteam Pixbo Wallenstam) verstärkt.
Während unser Snack-Brettli beim letzten Cupmatch sogar für ein Foto vom gegnerischen Fotografen reichte, hat dies heute klein ausgesehen. Bereits während wir die Banden aufstellten, wurde vom Zuger Staff ein ganzer Schwedenkasten mit Verpflegung bedeckt: M&M’s, Salzstengeli, Schokolade, Traubenzucker, Nüssli, Früchte und vieles mehr. Doch davon liessen wir uns nicht beirren. Die Vorfreude war riesig und wie Coach Andy Schneider vor dem Match in der Garderobe so schön sagte: «Wenn wir einmal nichts zu verlieren haben, dann heute!». Die Möglichkeit, gegen so starke Gegnerinnen spielen zu dürfen, haben wir nicht jedes Wochenende.
Nach dem Anpfiff schoben wir unsere Ehrfurcht vor diesem Team beiseite und fokussierten uns voll und ganz auf uns. Bereits von der ersten Sekunde an war das Tempo hoch, der Druck auf unsere Ballführenden (wenn der Ball dann mal in unseren Händen war) gross und die Zweikämpfe hart. Fast sechs Minuten lang hielten wir unser Tor sauber, bevor Isabelle Gerig nach Pass von Martina Řepková den Ball das erste Mal in unserem Netz versenken konnte. Die Intensität blieb hoch; nur einmal mussten wir blinzeln und schon hat der ganze Zuger Block wieder rotiert und wir mussten uns neu zuteilen. Wenn wir dies nicht konsequent genug gemacht haben, nutzten die Gegnerinnen die gewonnenen Chancen eiskalt aus. So hiess es nach dem ersten Drittel «UBN null, Zug United fünf».
Wir musste feststellen, dass uns gegen dieses Team schöne Auslösungen nur selten gelingen. Deshalb zählten wir im zweiten Drittel öfters mal auf die Variante: Scharfer, hoher Pass nach vorne. Denn dort rechneten die Zugerinnen nicht mit uns. So konnten wir einige Male einen Lauf aufs gegnerische Tor erzielen. Das waren die Momente, in denen es im Hatzi laut wurde! Jubeln durften dann aber trotzdem wieder die Spielerinnen aus der L-UPL. Über weitere 3 Tore konnten sie sich freuen, bevor die Sirene das Ende des zweiten Drittels ankündigte.
Im letzten Drittel scheinen die Kräfte, die UBN nach vorne bewegten, etwas nachgelassen zu haben. Anstelle davon versuchten wir kompakt zu bleiben und die Zugerinnen zu so wenigen Chancen wie möglich kommen zu lassen. Abschlüsse konnten die Gegnerinnen zwar trotzdem viele verzeichnen, jedoch bot dies uns die Möglichkeit, uns über Blocks zu freuen und jeden blauen Flecken, der morgen auf unseren Oberschenkeln zu sehen sein wird, zu feiern. Fünf weitere Bälle fanden aber irgendwie dennoch den Weg zwischen allen Beinen durch ins Tor von UBN und so mussten wir uns schlussendlich mit einem 0:13 geschlagen geben. Das Resultat ist jedoch nicht das Entscheidendste für uns. Viel wichtiger sind all die Erfahrungen, die wir in diesem Spiel gegen eines der besten Teams der Schweiz sammeln konnten. Was für uns toll war zu spüren: Zug hat es gegen uns nicht etwa chillig genommen, nein, Zug hatte keine Bremse, da wurde Gas gegeben!
Zug United mag vielleicht mehr Snacks, mehr Staff und mehr Tor-Jubel gehabt haben und ist nun eine Cup-Runde weiter, aber in Sachen Fans haben eindeutig wir gewonnen. In diesem Sinne: Vielen Dank für das zahlreiche Erscheinen und wir freuen uns auf eure Unterstützung während der Erstliga-Saison, welche bereits am Samstag, 20.09. mit einem Heimspiel im Hatzi beginnt!
Autorin: AE







